De politieke actualiteit in Duitsland is nu zo prominent aanwezig dat ook Vlaamse media er uitgebreid aandacht aan besteden. Mogelijk roept dit bij je leerlingen vragen op die ze aan jou als leraar stellen. Eenduidige antwoorden zijn daarbij niet altijd voorhanden. Met deze lessuggestie willen we je daarom inspireren om de actualiteit op een genuanceerde en diplomatische manier in de klas aan bod te laten komen.
Am Sonntag, dem 6. September, wurde Deutschland aufgeschreckt und erschüttert. Es gab weder ein Erdbeben noch eine Überschwemmung, sondern die Alternative für Deutschland, oder kurz AfD, hatte bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, einem deutschen Bundesland, mit 44 Prozent der Stimmen klar gewonnen.
Zu Wahlen gehören natürlich Verlierer und Gewinner. Warum löste gerade dieser Wahlsieg so viele Reaktionen aus? Vielleicht kennen einige Lernende die Antwort, dann dürfen sie diese Frage selber beantworten. Ist sie dennoch nicht so einfach, dann könnte die Lehrkraft hinzufügen, dass die AfD eine rechtsextreme politische Partei ist. Rechtsextrem bedeutet natürlich, dass diese Partei extreme politische Ansichten hat.
Die Lehrkraft könnte hier einige Positionen sammeln. Am besten werden sie kurz vorgestellt, sodass die Lernenden nachher spekulieren können. Was will diese Partei, wofür steht sie, was würde sich ändern, wenn sie die Macht ergreift? Einige Aussagen sind korrekt, andere wurden frei erfunden und stellen keine Forderungen der AfD dar, aber welche passen vermutlich zur AfD?
Als Hilfsmittel könnten die Lernenden sich die drei Karikaturen anschauen. Welche Themen oder politischen Positionen der AfD werden hier gezeigt?
Mehr als vierzig Prozent der Einwohner aus Sachsen-Anhalt haben die AfD gewählt und unterstützen damit ihre Forderungen. Manche Deutsche finden diesen Sieg beängstigend, weshalb sie in den folgenden Tagen gegen die AfD und für die Demokratie auf die Straße gingen. Mehrere Demonstranten trugen Schilder mit Aufschriften wie „Nie wieder“ und in einer belgischen Zeitung erschien eine Karikatur mit der Botschaft "Er ist wieder da". Lass die Lernenden kurz spekulieren: Was bedeuten diese Botschaften, wer und was könnte damit gemeint sein?
Manche Deutsche möchten nie wieder eine Wiederholung der traumatischen Vergangenheit, weil sie befürchten, dass mit dem 35-Jährigen Ulrich Siegmund, dem Vorsitzenden der AfD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt, ER oder Hitler wieder da ist.
Der belgische Cartoon ist auch eine symbolische Anspielung auf den gleichnamigen Roman von Timur Vermes, 'Er ist wieder da', der im Jahr 2016 verfilmt wurde. Hier könnte die Lehrkraft den Trailer dieses populären Filmes zeigen. So wissen die Lernenden, ob ihre Vermutungen stimmen.
Im Trailer wacht Adolf Hitler 2011 mitten in Berlin in seiner Originaluniform von 1945 wieder auf. Wie er dorthin gekommen ist, weiß er nicht. Irritiert und ein bisschen unsicher macht er sich auf den Weg zur Reichskanzlei, bemerkt aber sofort, dass Berlin und die Berliner sich sehr geändert haben.
Welche Reaktionen der Einwohner vermuten die Lernenden? Wie würden sie reagieren, wenn ein Mann in Hitler-Uniform durch die Straßen liefe und plötzlich vor ihnen stünde? Einige Möglichkeiten könnten projiziert werden, die Lernenden dürfen drei Reaktionen wählen.
Angst haben – lachen – Fotos machen – ihn beschimpfen – ihn ignorieren – die Polizei rufen – glauben, dass er Schauspieler ist – mit ihm sprechen
Dann könnten die Lernenden die Anfangszeilen des Originalromans lesen. Die Lehrkraft könnte auch die ersten Minuten des Filmes zeigen.
Ich erinnerte mich, die Stadt zuletzt sehr staub- oder auch feldgrau wahrgenommen zu haben, auch mit erheblichen Trümmerbergen und Beschädigungen. Doch vor mir lag nichts dergleichen. Die Trümmer waren verschwunden oder zumindest sauber entfernt, die Straßen geräumt. Stattdessen standen an den Straßenrändern zahlreiche, ja zahllose bunte Wagen. ... Die Häuser waren sauber gestrichen, in unterschiedlichen Farben, die mich an Zuckerwerk in meiner Jugend erinnerten. Ich bekenne, mir wurde ein wenig schwindelig. Ich sah eine Parkbank ..., ich machte einige wenige Schritte. Ich hörte ein Läuten, das Bremsen von Gummi auf Asphalt, und dann schrie mich jemand an.
"Sachma, geht's noch, Alter! Biste blind?"
"Ich - ich bitte um Entschuldigung ..."
"Wie läufst'n du überhaupt rum!"
"Ich - Verzeihung - ich ... ich muss mich hinsetzen."
"Du solltest dich eher mal hinlegen. Und zwar für länger!"
Ich rettete mich auf die Parkbank, ich werde wohl etwas blass gewesen sein, als ich mich darauf fallen ließ. Dieser jüngere Mann schien mich nicht erkannt zu haben. Es gab hier keinen Deutschen Gruß. ... Ein älterer Herr ging an mir vorbei, kopfschüttelnd, eine voluminöse Dame mit einem futuristischen Kinderwagen. Ich hatte mich erhoben, war mit um Festigkeit bemühter Haltung an sie herangetreten.
"Verzeihung, es mag Sie überraschen, aber ich ... benötige sofort den kürzesten Weg zur Reichskanzlei."
"Sind Sie vom Stefan Raab?"
"Bitte?"
Es mag an meiner Nervosität gelegen haben, dass ich etwas ungehalten wurde und sie am Arm packte.
"Reißen Sie sich zusammen, Frau! Sie haben Pflichten als Volksgenossin! Wir sind im Krieg! Was glauben Sie, was der Russe mit Ihnen macht, wenn er hierherkommt? Das Fortbestehen des Deutschen Volkes, die Reinheit des Blutes, das Überleben der Menschheit steht in diesen Stunden, diesen Tagen auf dem Spiel, wollen Sie vor der Geschichte das Ende der Zivilisation verantworten, nur weil Sie in Ihrer unglaublichen Beschränktheit nicht willens sind, dem Führer des Deutschen Reiches den Weg in seine Reichskanzlei zu weisen?"
... Die Idiotin riss ihren Ärmel aus meiner Hand, sah mich entgeistert an und führte mit ihrer flachen Hand mehrere kreisförmige Bewegungen zwischen ihrem und meinem Kopf aus, eine deutlich missbilligende Geste. Es war nicht mehr zu bestreiten, irgendetwas war hier völlig außer Kontrolle geraten.
Die folgenden Fragen könnten gestellt werden ...
Kurz danach stößt Hitler auf einen Kiosk, in dem er sich über die aktuellen Ereignisse informieren will. In diesem Kiosk fällt er in Ohnmacht, weil er auf den Zeitungen erkennt, dass er sich im Jahr 2011 befindet. Der Besitzer kümmert sich um ihn, auch er hält ihn für einen politischen nicht ganz korrekten Comedian und bietet ihm an, im Kiosk zu wohnen.
So beginnt Hitlers Entdeckungsreise durch die neue Welt und die veränderte Gesellschaft. Die Menschen wollen diesen ‚Comedian‘ zu einem TV-Star machen und bejubeln ihn aufs Neue, während Hitler sich äußerlich und innerlich nicht verändert hat.
'Er ist wieder da' ist lustig, obwohl ein noch immer dominanter Adolf Hitler die Hauptfigur ist. Können die Lernenden vermuten, warum der Autor das macht, was ist sein Ziel?
Die richtige Antwort wird in der nächsten, legendären Dachszene gezeigt. Der Filmemacher und Fernsehproduzent Fabian Sawatzki ist einer der wenigen, die begreifen: Hier steht der echte Hitler. Deshalb nimmt er ihn unter Waffengewalt auf das Dach eines Gebäudes mit. Was da passiert, können die Lernenden selber entdecken.
Dazu könnten die folgenden Fragen gestellt werden ...
Satire
'Er ist wieder da' ist eine Satire, weil der Autor warnen und den Deutschen einen Spiegel vorhalten möchte. So möchte er zeigen, wie leicht Menschen heutzutage noch immer zu manipulieren sind und dass die Geschichte sich wiederholen kann.




